La Gomera

Vor der Südwestküste La Gomeras kommen über 20 Wal- und Delfinarten vor – eine Artenvielfalt, die international kaum zu übertreffen ist. Darunter einige unbekannte und kaum erforschte Cetaceenarten, wie beispielsweise die Blainville-Schnabelwale (Mesoplodon densirostris) und die Rauzahndelfe (Steno bredanensis). Diese Gewässer bieten somit nicht nur optimale Bedingungen für das Beobachten von Walen und Delphinen, sondern auch für die Freilandforschung.

ASCENSION2Bereits seit 1994 fahren täglich vom Hafenort Vueltas in Valle Gran Rey kleine, ehemalige Fischerboote mit Gästen hinaus aufs Meer, um Wale und Delphine zu suchen. Diese angebotenen „Delfinfahrten“ sind ein Beispiel dafür, dass wir Menschen diesen faszinierenden Geschöpfen auf respektvolle Art und Weise begegnen.

Seit 1995 nutzen wir die Möglichkeit, diese regulären Touren zeitweise wissenschaftlich und mit öffentlicher Bidlung zu begleiten und ergänzen. Somit erhalten die Gäste einen direkten Einblick in die praktische Arbeitsweise und Fragestellungen der modernen Cetaceenforschung.

Darüber hinaus besteht die Notwendigkeit, durch gezielte Informationsarbeit eine positive Stimmung bei der Bevölkerung, bei den Touristen und den politischen Entscheidungsträgern zum Schutz der Meeresbewohner und ihres natürlichen Lebensraumes zu erzeugen.

 

Gomera entwickelt sich schnell – Nachhaltigkeit ist gefragt!

Bei der derzeitig raschen Entwicklung des (Pauschal-) Tourismus auf La Gomera besteht die Gefahr, daß Whale Watching wie z.B. auf Teneriffa und unzähligen anderen Plätzen der Welt als rein kommerzielles Geschäft entdeckt wird und eine exzessive Expansion mit all ihren negativen Auswirkungen auf Ökologie und Cetaceen zu befürchten ist.

Solchen Tendenzen möchten wir rechtzeitig durch interdisziplinäre Forschungs- und Öffentlichkeitsarbeit zuvorkommen, sowie in Kooperation mit anderen Organisationen Alternativen aufzeigen. Die Nachhaltigkeit der Entwicklung ist dabei unser zentrales Interesse.

Die Ergebnisse unsere Studien finden direkte Anwendung in der Ausarbeitung von Whale Watching-Regulationen. Unsere kontinuierlich erhobenen Sichtungsdaten dienen darüber hinaus als Grundlage für die Entscheidungsträger in der Politik.

Durch wissenschaftliche Forschung, öffentliche Bildung sowie die Kooperation mit kanarischen und internationalen Organisationen und Wissenschaftlern ist es uns gelungen, mit dem Projekt MEER La Gomera ein international viel beachtetes best practice Beispiel zu etablieren.IMGP7915_schmal_klein_01

 

Internationaler Umweltpreis für ein BEST PRACTICE Projekt

preis3Das Projekt MEER La Gomera wurde bereits 2001 mit der internationalen Umweltauszeichnung „Tourismus und Umwelt“ des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverbands (DRV) geehrt. Es wurde als „herausragendes Beispiel für umweltverträglichen Walbeobachtungstourismus“ gelobt, das „beispielhaft und innovativ neue Wege der Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Tourismus aufzeigt“.

2008 eröffneten wir die dreisprachige Dauerausstellung „Delfine und Wale vor La Gomera – Artenvielfalt im Wandel“ als Meilenstein der Aufklärungsarbeit über die Meeressäuger der Insel.

 

Internationaler Umweltpreis des DRV

Aber es bleibt noch viel zu tun, die Umweltsituation der Meere – auch auf und um die Kanaren – entwickelt sich nicht zum besseren. Mit unserer Arbeit tragen wir dazu bei, dass die Lebensgrundlagen der Delfine und Wale – und die desMenschen! – langfristig erhalten bleiben.

Mehr Informationen zur Dauerausstellung auf La Gomera…

Weitere Informationen zum Thema Whale Watching…

Weitere Infos zu unseren Forschungen…

Hier finden Sie eine Liste der wissenschaftlichen Publikationen des M.E.E.R. e.V.

 

Die vor La Gomera vorkommenden Arten: Rekordverdächtige Vielfalt

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