Jahresbericht 2004

Den Jahresbericht 2004 des M.E.E.R. e.V. können Sie auch hier als pdf-Datei downloaden.

 

Projekt M.E.E.R. La Gomera

Boot_GomeraDas Projekt M.E.E.R. La Gomera trägt laufend zur Bewusstseinsbildung in Sachen Wal und Delfinschutz bei. Tausende Touristen wurden durch die Begleitung der Whale Watching Touren, durch Infobroschüren, Poster und Schautafeln, über die Arbeit des M.E.E.R. e.V. informiert. Darüber hinaus ist der ganzjährig wöchentlich stattfindende Infoabend mit Präsentation des M.E.E.R.-Filmes ein wichtiges Medium zu öffentlichen Bildung. Die steigende Anzahl an Nachfragen über sanftes Whale Watching, die in unserem Berliner Büro eingehen, belegt darüber hinaus die Wirksamkeit unserer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

(Siehe auch „Forschung“, „Praktikumskurse“, „Kontakte“ und „IWC“)

 

Forschung

SichtungDie Kooperation mit dem Whale Watching-Anbieter Club de Mar wurde in gewohnter Weise fortgesetzt. Der Club de Mar garantiert dem wissenschaftlichen Leiter des M.E.E.R. e.V. einen freien Platz auf seinen Booten zur verhaltensbiologischen Datenerhebung. Fabian Ritter nahm im Frühjahr und Herbst regelmäßig an den Delfinfahrten teil. Dabei wurden die Sichtungen von Cetaceen verhaltensbiologisch dokumentiert. Der Club de Mar stellt außerdem seine Sichtungsdaten zur Auswertung zur Verfügung. Diese Daten werden in die Sichtungs-Datenbank des M.E.E.R. e.V. aufgenommen.

Darüber hinaus wurden in diesem Jahr eine Reihe von Diplomarbeiten externer Hochschulen betreut. Neben der Fotoidentifikation von Rauzahndelfinen (Diplomarbeit von Iris Mayr für die Universität Salzburg) sind weitere Forscher verschiedener Hochschulen bei uns zu Gast. Die Verknüpfung von Umweltdaten (Wassertemperatur, Planktonvorkommen, etc.) aus Satellitenbeobachtung mit dem Cetaceenvorkommen ist ein Schwerpunkt eines Projektes in Zusammenarbeit mit Francisco Goncalves von der Universität Glamorgan (England). Die umwelttechnische und -rechtliche Beleuchtung des Hafenausbaus in Vueltas (Valle Gran Rey, La Gomera) wird ebenfalls ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Dieses Thema wird durch Silke Mahlau für ihre Diplomarbeit für die Fachhochschule Lübeck (Fachbereich Umweltingenieurwesen) behandelt. Der M.E.E.R. e.V. erweitert das Spektrum seiner wissenschaftlichen Arbeit also zunehmend.

 

M.E.E.R. e.V. unterwegs…

Teilnahme des M.E.E.R. e.V. am Workshop zum Thema „Management von Walbeobachtungstourismus“.

WS_Management_01Im März 2004 fand in Kapstadt (Südafrika) ein internationaler Workshop zum Thema „Management von Walbeobachtungstourismus“ statt. Als einziger deutscher Vertreter nahm Fabian Ritter vom M.E.E.R. e.V. an diesem erstklassig besetzten Workshop teil. Seine dortige Präsentation des Projektes M.E.E.R. La Gomera beinhaltete die wissenschaflichen Aktivitäten des M.E.E.R. e.V. als ein „Good Practice“ Beispiel für sanften Walbeobachtungstourismus.

Ziel des Workshops war, die besten vorhandene wissenschaftlichen Grundlagen für das Whale Watching zu identifizieren und als Ableitung daraus Hinweise und Strategien zu erarbeiten, die Whale Watching Managern (und damit sind in erster Linie jene Regierungsvertreter gemeint, die sich mit der Etablierung von WW Regulationen zu beschäftigen haben) hilfreich sind. Es trafen sich knapp 30 Personen aus der Forschung, Wirtschaft (Anbieter von Whale Watching), Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Regierungsvertreter. Somit war dies das erste Treffen seiner Art, das verschiedene Interessenvertreter aus aller Herren Länder an einen Tisch brachte.

Fabian Ritter beim Workshop in Kapstadt mit Erich Hoyt, Erika Urquiola, Mark Simmonds, Alistair Birtles und José Palazzo.

Fabian Ritter beim Workshop in Kapstadt mit Erich Hoyt, Erika Urquiola, Mark Simmonds, Alistair Birtles und José Palazzo.

Die ersten zwei Tage waren ein offenes Symposium, welches Präsentationen und Vorträge der Teilnehmer des Workshops beinhaltete. Ziel war, den aktuellen Stand der Forschungen, neue Ansätze und vorhandene Strategien zu beleuchten, um dies als Basis für den eigentlichen Workshop zu nutzen. Die folgenden vier Tage waren die offiziellen Teilnehmer unter sich und erarbeiteten Empfehlungen für Whale Watching-Manager, auf welche Weise sie mit Wissenschaftlern zusammenarbeiten sollten, um den Walbeobachtungstourismus in ihrem Land möglichst nachhaltig zu gestalten. Hauptsächliches Ergebnis des Workshops war schließlich ein Leitfaden, der den Dialog und eine praktische Verknüpfung von wissenschaftlicher Forschung und dem Management von Whale Watching erleichtert.

 

Die Teilnehmer des Kapstadt-Workshops

Die Teilnehmer des Kapstadt-Workshops

 

 

 

Praktikum und Springtime Research

27f60281f6Im Frühjahr 2004 veranstaltete M.E.E.R. e.V. einen weiteren Praktikumskurs. Es war bereits der Elfte der regelmäßig stattfindenden Kurse, die einen Einblick in die Erforschung der Meeressäuger und des Whale Watchings geben. Die international besetzte Teilnehmergruppe stellte dieses Mal einen neuen Sichtungsrekord auf: während der sieben Ausfahrten wurden 21 Mal Wale oder Delfine gesichtet, so oft wie noch nie zuvor!

Die Fülle der Sichtungen, die typisch für die Frühlingszeit auf La Gomera ist, kam ebenso den Teilnehmern des ersten Springtime Research zugute. Auch während dieser einwöchigen Forschungs- und Bildungsreise auf dem 40-Meter-Schiff „Catherina“ wurden sehr viele Delfine und Wale gesichtet und die Reise war rundherum ein wunderbares Erlebnis. Das Springtime Research ist ein neues Angebot des M.E.E.R. e.V., um interessierten Laien die Welt der Wale und Delfine sowie ihre Erforschung näher zu bringen. Die Teilnehmer, die eine Woche zusammen auf dem Schiff verbrachten, waren alle äußerst zufrieden und machten diese erste Reise zu einem großen Erfolg.

 

Kontakte auf Teneriffa, etc.

effa2c5517Zu verschiedenen Anlässen waren wir im Kontakt mit der Umweltbehörde auf Teneriffa: die Schnellfähren sind weiterhin ein ernst zu nehmendes Problem auf den Kanaren. Wir kritisierten außerdem die Praxis von Fischern und Touristen auf Teneriffa, Delfine mit Fisch zu füttern und drückten unsere große Besorgnis auch gegenüber dem Umweltbeauftragten der TUI Espana aus, der daraufhin mit diversen Hoteliers in Kontakt trat und auf die Problematik aufmerksam machte.

Zum angelaufenen LIFE Projekt auf La Gomera waren wir in Kontakt mit der zuständigen Behörde sowie den durchführenden Wissenschaftlern, um Formen und Möglichkeiten der Kooperation abzuklären.

Anfang Dezember war der Biologe Volker Boehlke, Aktives Mitglied des M.E.E.R. e.V., beim Kongress der Sociedad Espanola de Cetaceos (SEC, Spanische Cetologische Gesellschaft, wo M.E.E.R. e.V. Mitglied ist) in Malaga. Dort repräsentierte er den Verein und tauschte sich intensiv mit anderen Wal- und Delfinforschern aus Spanien aus. Diese Vernetzung ist u.a. sehr wichtig, um den Bekanntheitsgrad als ausländische Organisation in Spanien zu erhöhen.

 

Rückblick in das Jahr 2003…