Jahresbericht 2005

Einführung

Der M.E.E.R. e.V. setzt sich seit vielen Jahren für den Schutz der Meere, der Wale und Delfine ein. Durch das Forschungs- und Bildungsprojekt M.E.E.R. La Gomera Forschungen auf den Kanarischen Inseln und die Aufklärungsarbeit insbesondere zum Thema des Walbeobachtungstourismus deckt der Verein einen Themenbereich ab, der auf diese Art und Weise von keiner anderen NGO bearbeitet wird.

Mit diesem Bericht wird dargelegt, welche Aktivitäten von M.E.E.R. e.V. geleistet wurden, was durch die Forschungs- und Bildungsarbeit des M.E.E.R. e.V. erreicht werden konnte.

Eine PDF Version des MEER-Jahresberichtes 2005 können Sie hier downloaden…

 

M.E.E.R. e.V. in den Medien

geo_spezialFernsehen: In mehreren Fernsehsendungen wurde in 2005 über die Arbeit des M.E.E.R. e.V. berichtet, z.B. beim WDR („Tiere suchen ein Zuhause“) und beim Berliner Sender FAB.

Presse: Berichte über die Aktivitäten von M.E.E.R. erschienen in einer Reihe von Zeitungen und Zeitschriften. Neben berichten über die Schulaktion in der lokalen Tagespresse erschienen Reporte z.B. in fairkehr (2/2005), Naturschutzblätter (3/2005), Teneriffa Journal (06/2005), Greenpeace Magazin (6/2005), Infocanarias (Kanaren) sowie dem Hapag Lloyd Flugjournal,. Krönenden Abschluss bildete ein umfangreicher Artikel in der Neuesten Ausgabe des GEO Special ‚Kanarische Inseln‘, welches im Dezember erschien.

Zwei gemeinsame Pressemitteilungen von M.E.E.R., der DUH und der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) stießen ebenfalls auf reges Interesse und wurden in zahlreichen Tages- und Internetzeitungen veröffentlicht.

 

‚meerblick‘ & elektronischer Newsletter

Das Vereinsorgan ‚meerblick‘ erschien in diesem Jahr zum ersten Mal im Halbjahresrhythmus. Je eine Ausgabe wurde im Juni und Dezember an unsere Mitglieder, Förderer und Paten versandt. Unser Serviceangebot für Freunde des Vereins wurde darüber hinaus ab dem Frühjahr durch den elektronischen Newsletter ‚meerblick @ktuell‘ erweitert. Der Newsletter wird ein Mal pro Monat versendet und informiert die Empfänger über aktuellen Geschehnisse auf den Kanaren, neueste Nachrichten zum Meeresschutz, Veranstaltungen von M.E.E.R., etc.

 

Patenschaftsprogramm

Das 2004 gestartete Patenschaftsprogramm (PSP) wurde in diesem Jahr mit großem Erfolg weitergeführt. Patenschaften erweisen sich als effektives Mittel, um auf die Meeresschutzthematiken aufmerksam zu machen und neue Mitglieder bzw. Paten an den Verein zu binden. Damit entwickelte sich das PSP zu einem der wichtigsten Werkzeuge zur Eigenfinanzierung von M.E.E.R. e.V.

 

Schul-Aktion von DANKE

schul_vortragZehn Schulklassen in Deutschland waren die Gewinner eines Preisausschreibens von schoolz.de und der Firma DANKE in Zusammenarbeit mit M.E.E.R. und der Deutschen Umwelthilfe. Der Preis waren besondere Schulstunden zum Thema „Wale und Delfine“, die von Mitgliedern des M.E.E.R. e.V. gestaltet wurden. Mitglieder des Teams von M.E.E.R. e.V. waren zu Jahresbeginn an den Schulen in Mönchengladbach, Rostock, Meißner, Würzburg, Bad Brückenau und Leer. Dort wurden die Schüler über Wale und Delfine mit Hilfe von verschiedenen Medien (Dias, Power Point Präsentationen oder Overhead-Projektionen) informiert. Auch Themen wie ökologisches Whale Watching oder die Bedrohung der Meere durch Überfischung, Verschmutzung, Walfang und wurden angesprochen. Die Klassen zeigten sich hoch interessiert und löcherten unsere Referenten regelrecht mit Fragen.

 

Weitere Aktionen

infoblatt_05Eine außerordentlich schöne Nachricht erreichte uns Anfang Juni. Die Animal Behaviour Society (ABS) teilte mit, dass der Bildungsfilm „Das Meer vor La Gomera“ beim diesjährigen Filmfestival der ABS in der Kategorie nicht-kommerzieller Beiträge das Halbfinale erreicht hat. Die amerikanische ABS ist eine der bedeutendsten wissenschaftlich-biologischen Gesellschaften weltweit, die unter anderem das hochkarätige Fachjournal ‚Animal Behaviour‘ heraus gibt. Der M.E.E.R.-Film ist demnächst als DVD in drei Sprachen erhältlich (deutsch/englisch /spanisch) erhältlich.

Im Herbst wurde eine neue und überarbeitete Auflage der dreisprachigen Infobroschüre gedruckt (Auflage 10.000). Das aufwendig gefaltete Infoblatt stellt nach wie vor ein Hauptmedium der Selbstdarstellung des Vereins dar.

 

OnPack-Aktion im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel

onepackIn Zusammenarbeit mit der Medienagentur Hoogendyk und dem Verpackungshersteller SIG sowie premiere Fernsehen und ferien.de wurden auf den Saftverpackungen der Krings Premium Fruchtsäfte ein Gewinnspiel ausgelobt. Zu gewinnen gab es sechs Whale Watching-Reisen auf die kanarische Insel La Gomera unter fachkundiger Führung von Meeresbiologen des M.E.E.R. e.V.  und zusätzlich 100 Delfinpatenschaften. Drei Reisen wurden bereits im Frühjahr ausgelost und durchgeführt. Die glücklichen Gewinner verbrachten eine erfüllte Woche auf La Gomera – inklusive mehrerer ökologischer Whale Watching-Touren und einem Inselausflug. Dokumentiert wurde alles von einem eigens angereisten premiere-Fernsehteam. Ein entsprechender Trailer war anschließend wochenlang auf premiere zu sehen.

Durch die Abwicklung des Gewinnspiels auf der Website von M.E.E.R. e.V. steigerte sich die Anzahl der Aufrufe und Besucher auf der Seite beträchtlich. Der Durchschnitt lag über Monate bei mehreren Hunderttausend Aufrufen und vielen Tausend Besuchern pro Monat. Die Spitzenwerte lagen bei knapp einer Million Seitenaufrufe im September. Die restlichen Gewinner werden im Januar 2006 ausgelost, die verbleibenden Gewinnerreisen werden im kommenden Frühjahr durchgeführt.

 

Weitere Kooperationen

news_free_dolfinsM.E.E.R. e.V. trat im Sommer der internationalen Koalition zur Rettung der Tiefsee bei. Die Deep Sea Conservation Coalition (DSCC) setzt sich international und auf höchster Ebene z.B. für ein Verbot der Hochsee-Grundschleppnetzfischerei ein.

Die Kooperation mit dem TUI Umweltmanagement wurde weitergeführt und das Pilotprojekt zum sanften Whale Watching wurde fortgesetzt. Persönliche Gespräche und der rege Austausch über umweltrelevante Themen insbesondere auf den Kanaren zeugen von einer fruchtbaren Zusammenarbeit.

M.E.E.R. e.V. ist Mitglied der European Coalition for Silent Oceans (ECSO), die sich auf politischer Ebene für die Reduzierung der Schallverschmutzung der Meere einsetzt.

M.E.E.R. e.V. ist überdies seit 2004 Mitgliedsorganisation der Global Campaign Against Whaling, welche von der amerikanischen Organisation WSPA koordiniert wird und insbe-sondere die tierschutzrechtlichen Fragen des Walfangs beleuchtet.

Die weiteren Kooperationspartner von M.E.E.R. e.V. sind: Deutsche Umwelthilfe (DUH, Radolfzell), Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD, München), Wellenreiter Reiseagentur (La Gomera), Club de Mar (La Gomera), Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS, England), Oceancare (Schweiz), TUI Umweltmanagement, Open5 Media Network (Berlin), Fachhochschule Eberswalde, Gomeralive.de, Sealife Center (Berlin), tintenfisch text & konzept (München).

 

Kontakte auf La Gomera und Teneriffa

Im Herbst waren Volker Böhlke und Fabian Ritter, Biologen des M.E.E.R. e.V., auf La Gomera und Teneriffa, um sich zu verschiedenen umweltrelevanten Themen (z.B. Hafenausbau, Fischerei und Fischzucht) zu informieren. Sie besuchten unter anderem die Inselregierung auf La Gomera, wo sie Vertreter der technischen Umweltabteilung, des Tourismus und der Fischerei trafen. Es folgte ein Besuch der neu eingerichteten (und EU Standards erfüllenden) Müllkippe nahe der Hauptstadt San Sebastián.

© Sabine Beck-Mayhoff

Auf Teneriffa fanden darüber hinaus Termine

· beim Ozeanografischen Institut der Kanaren,

· bei der Universität von La Laguna (Fachbereich Biologie),

· bei der Hafenbehörde in Sta. Cruz

· bei der Inselregierung Teneriffas (Abt. Fischerei) sowie

· mit dem Chef des Umweltmanagements von TUI Espana

statt.

Der Kontakt mit der Umweltbehörde auf Teneriffa besteht praktisch dauerhaft: Hier stellen wir immer wieder Nachfragen zu verschiedenen Themen und setzen die Behörde über neueste Erkenntnisse z.B. zu den Schnellfähren in Kenntnis.

 

„Orcanarium“ auf Teneriffa

Der Loro Parque auf Teneriffa, ein zoologischer Vergnügungspark mit Delfinarium, baut derzeit ein neues Becken für die Haltung von Orcas (Schwertwalen) in Gefangenschaft. Noch in diesem Jahr sollen vier Schwertwale aus den USA nach Teneriffa gebracht werden, um dort dem Ferienpublikum Shows zu liefern. Gerade auf den Kanaren ist aber die Förderung von nachhaltigem Walbeobachtungstourismus die ökologisch sinnvolle Alternative. Da der Import der Schwertwale in die EU auch rechtliche Probleme aufwirft, unterstützt M.E.E.R. die internationale Protestkampagne der Whale & Dolphin Conservation Society (WDCS, UK) durch eine Unterschriftensammlung und den Dialog mit den verantwortlichen Behörden vor Ort. Diese Kampagne, die auch in Zusammenarbeit mit der Schweizer Organisation OceanCare durchgeführt wird, ist ebenfalls auf der Website des M.E.E.R. e.V. abrufbar und kann zusätzlich durch einen elektronischen Protestbrief unterstützt werden.

 

Praktikum und Springtime Research

© Simone Sander

Im Frühjahr und Herbst veranstaltete M.E.E.R. zwei weitere Praktikumskurse, die diesmal von Fabian Ritter und dem Biologen Volker Böhlke gemeinsam geleitet wurden. Die Teilnehmer stellten erneut einen neuen Sichtungsrekord auf: während der sieben Ausfahrten wurden je 22 Mal Wale oder Delfine gesichtet, so oft wie noch nie zuvor! Die Fülle der Sichtungen (typisch für die Frühlings-, nicht aber für die Herbstzeit) war u.a. auf die ungewöhnliche und dauerhaften Präsenz von Großwalen in diesem Jahr zurückzuführen. Während des Frühjahrskurses kam es sogar zu einer Blauwalsichtung, der dritten in 10 Jahren.

Das zweite Springtime Research, eine einwöchige Forschungs- und Bildungsreise auf dem 40-Meter-Segelschiff Catherina, wurde ebenfalls erneut zu einem großen Erfolg. Die Teilnehmer, unter ihnen unser Schirmherr Frederik Vahle, waren alle äußerst zufrieden und wurden neben zahlreichen Delfinbegegnungen am letzten Tag der Reise mit einer Pottwalsichtung belohnt.

 

Schirmherr Fredrik Vahle

© Sabine Beck-Maihoff

© Sabine Beck-Maihoff

Fredrik Vahle, bekannt als Verfasser von Kinderliedern und als Buchautor und Träger des Bundesverdienstkreuzes, hat die Schirmherrschaft für das Projekt MEER La Gomera übernommen. Fredrik Vahle kennt La Gomera seit vielen Jahren, hier holt er sich immer wieder Ruhe und Inspiration für sein kreatives Schaffen. Als Teilnehmer bei den Delfinfahrten vor La Gomera und beim Springtime Research hatte er Gelegenheit, die große Vielfalt und Faszination der Wale und Delfine kennen zu lernen.

Auf dieser Basis ist das Projekt einer CD zum Thema Wale und Delfine sind in diesem Jahr gereift. Fredrik Vahle komponierte eine große Zahl an Geschichten und Liedern zu den Themen ‚Wale und Delfine‘ und ‚Whale Watching‘. Diese wurden bei drei von M.E.E.R. organisierten Konzerten (zwei auf La Gomera und eins in Berlin) einem begeisterten Publikum vorgeführt.

 

IWC Konferenz in Südkorea

Das WW Subkomittee der IWC

Das WW Subkomittee der IWC

Die Internationale Walfang Kommission tagte in diesem Jahr in Ulsan (Südkorea). Fabian Ritter von M.E.E.R. war erneut als Mitglied der deutschen Delegation zum Wissenschaftsausschuss mit dabei. Im Subkomitee ‚Whale Watching‘ konnten er sich mit den internationalen Experten austauschen und Empfehlungen für die Nachhaltigkeit beim Walbeobachtungstourismus erarbeiten. Besondere Arbeitsgebiete in diesem Subkomitee sind u.a. die wissenschaftliche Basis für das Management von Whale Watching, die Revision der existierenden Regulationen weltweit und die Risiken, die von Highspeed-Whale Watching Booten sowie vom „Schwimmen mit Delfinen“ ausgehen.

 

Schnellfährenproblematik

© Linda Richter, Bonaire

Das Thema ‚Kollisionen zwischen Walen und Schiffen‘ gewinnt weltweit stark an Bedeutung. Die Kanarischen Inseln, die in den letzten Jahren einen massiven Ausbau der Schnellfährenlinien erfahren haben, entwickeln sich hierbei immer mehr zu einem Extremgebiet. Kollisionen mit Walen werden immer wieder berichtet, während die Fährbetreiber das Problem negieren und die Politik weitgehend machtlos ist. M.E.E.R. erfuhr alleine in diesem Jahr von mindestens drei Kollisionen, die von Touristen bezeugt wurden. Im Spätsommer starteten wir eine Unterschriftenaktion gegen den Einsatz von Schnellfähren in Gebieten mit hohem Cetaceenaufkommen. Die Unterschriften werden u.a. vor Ort auf La Gomera und in Deutschland gesammelt. Die Aktion ist online auf der Website des M.E.E.R. e.V. abrufbar.

Am 14. und 15. November fand im Rahmen des europäischen Abkommens ACCOBAMS (Agreement on the Conservation of Cetaceans of the Black and Mediterranean Sea) in Monaco ein internationaler Workshop zum Thema „Kollisionen zwischen Schiffen und Walen“ statt. Mehr als 25 Wissenschaftler und Experten aus aller Welt diskutierten die Problematik und berieten über Lösungsstrategien. Als einziger Deutscher nahm Fabian Ritter von M.E.E.R. an diesem wichtigen Treffen teil und präsentierte eine Übersicht der aktuellen Lage auf den Kanaren. Der Workshop erarbeitete schließlich einen Aktionsplan zum Schutz der Wale vor Kollisionen, der unter anderem Geschwindigkeitsreduzierungen in sensiblen Gebieten, den Einsatz von Beobachtern auf Schnellfähren und Großschiffen sowie die (Weiter-)Entwicklung von technischen Geräten zur Kollisionsvermeidung vorsieht.

 

Projekt MEER La Gomera

Das Projekt M.E.E.R. La Gomera trägt laufend zur Bewusstseinsbildung in Sachen Wal und Delfinschutz bei. Tausende Touristen wurden auch in diesem Jahr durch die Begleitung der Whale Watching Touren, durch Infobroschüren, Poster und Schautafeln, über die Arbeit des M.E.E.R. e.V. informiert. Darüber hinaus ist der ganzjährig wöchentlich stattfindende Infoabend mit Präsentation des M.E.E.R.-Filmes ein wichtiges Medium zu öffentlichen Bildung. Die steigende Anzahl an Nachfragen über sanftes Whale Watching, die in unserem Berliner Büro eingehen, belegt darüber hinaus die Wirksamkeit unserer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

In diesem Jahr organisierten wir eine Reihe von Treffen der Whale Watching Skipper des Club de Mar. Diese Zusammenkünfte standen unter dem Motto der Kommunikationsförderung und Verbesserung der Fahrweise auf See. Durch den Dialog und den Austausch von praktischen Erfahrungen konnten auf diese Weise Verbesserungen in der Absprache auf See und der Koordinierung der Fahrweise von mehreren Booten bei derselben Wal-/Delfingruppe gemacht werden.

Die Boote des Club de Mar wurden mit Informationsmappen bestückt, welche grundsätzliche Informationen für Walbeobachter sowie eine Bestimmungshilfe beinhalten. Der zweite lizenzierte Whale Watching-Anbieter wurde ebenfalls mit einer solchen Mappe sowie der dreisprachigen Infobroschüre von M.E.E.R. ausgestattet.

(Siehe auch die folgenden Themenbereiche)

 

Forschung

LandbasedDie Kooperation mit dem Whale Watching-Anbieter Club de Mar wurde in gewohnter Weise fortgesetzt. Der Club de Mar garantiert dem wissenschaftlichen Leiter des M.E.E.R. e.V. sowie den von M.E.E.R. betreuten Diplomanden einen freien Platz auf seinen Booten zur verhaltensbiologischen Datenerhebung. Fabian Ritter nahm im Frühjahr und Herbst an Delfinfahrten teil. Dabei wurden die Sichtungen von Cetaceen verhaltensbiologisch dokumentiert. Der Club de Mar stellt außerdem seine Sichtungsdaten zur Auswertung zur Verfügung. Diese Daten werden in die Sichtungs-Datenbank des M.E.E.R. e.V. aufgenommen.

Darüber hinaus wurden auch in diesem Jahr eine Reihe von Diplomarbeiten externer Hochschulen betreut:
Die Studie zur Fotoidentifikation von Rauzahndelfinen (Diplomarbeit von Iris Mayr für die Universität Salzburg) wurde fertiggestellt. Mit dieser Arbeit gelang der Nachweis, dass es sich bei den Rauzahndelfinen vor La Gomera um eine ortstreue Population handelt. Ein wissenschaftliches Poster wurde erstellt und während der Konferenz der European Cetacean Society (ECS) vom 3.-6. April in La Rochelle (Frankreich) ausgestellt.

Francisco Goncalves von der Universität Glamorgan (England) legte ebenfalls seine Arbeit zur Verknüpfung von Umweltdaten mit den Sichtungshäufigkeiten vor. Dieses Projekt ist in-des noch nicht abgeschlossen und soll durch die Integration der neuesten Sichtungsdaten stetig verbessert werden.

Frank Weisenberger von der Universität Trier (Fachbereich Fremdenverkehrsgeografie) führte im Frühjahr eine Erhebung unter den Walbeobachtungstouristen auf La Gomera und Teneriffa durch. Diese ebenfalls von M.E.E.R. betreute Diplomarbeit bereitet die Notwendigkeit und die Machbarkeit eines Whale Watching Forschungs- und Bildungszentrum auf La Gomera thematisch auf. Fertigstellung im Frühjahr 2006.

Im August und September besuchte ein studentisches Team der Universität Freiburg (Fachbereich Umweltwissenschaften) die Insel und führte landgestützte Beobachtungen der Wale und Delfine durch. Karte-BD_02Die Ergebnisse dieser Studie werden derzeit analysiert.

Katrin Koch von der Freien Universität Berlin (Fachbereich Verhaltensbiologie) bereitet die Datenerhebung für ihre Studienabschlussarbeit vor. Diese Studie soll die Aufbereitung der gesamten Sichtungsdaten von La Gomera unter Verwendung modernster Darstellungsmethoden (Geographic Information System, GIS) zum Inhalt haben.

 

Zusammenfassung

© Fatima Kutzschbach

© Fatima Kutzschbach

Mit 2005 geht das bisher erfolgreiches Geschäftsjahr für den M.E.E.R. e.V. zu Ende. Im Gegensatz zum deutschlandweiten Trend konnten wir unsere finanzielle Basis weiter festigen und ausbauen. Durch die stetige Förderung ist es uns gelungen, sowohl den Bekanntheitsgrad von M.E.E.R. zu steigern als auch die Professionalisierung unserer Organisation voranzutreiben.

Durch die Präsenz bei wichtigen Foren der Walforschung (ECS, IWC, ACCOBAMS) konnten wir erneut unter Beweis stellen, dass der M.E.E.R. e.V. inzwischen zu einer Größe auf internationaler Ebene geworden ist. Dies wird auch durch den Gewinn von Schirmherr Frederik Vahle unterstrichen.

Die Besucherstatistik der M.E.E.R.-Website weist in diesem Jahr zig Tausend Seitenaufrufe pro Monat auf und verzeichnet mehrere Tausend „echte Besucher“ pro Monat. Diese Werte stellen alle bisherigen Statistiken in den Schatten.

Außerdem konnten wieder Tausende Menschen in diesem Jahr durch unsere Arbeit für den Schutz der Meere und insbesondere für die Whale Watching-Thematik sensibilisiert werden. Neue Herausforderungen wie der Hafenausbau in Vueltas und die Schnellfährenproblematik machen gleichzeitig die Diskrepanz zwischen Worten und Taten auf Gomera deutlich. Hierdurch wird wiederum die Wichtigkeit der Präsenz des M.E.E.R. e.V. aufgezeigt und die DUH durch die Förderung des Projektes M.E.E.R. La Gomera bestätigt.

 

Ausblick

Schwerpunkt unserer inhaltlichen Arbeit wird weiterhin die Förderung des sanften Whale Watching sein. Das Projekt M.E.E.R. La Gomera wird hierbei durch die weitere personelle Verstärkung von auf den Kanaren lebenden aktiven Mitgliedern profitieren. Für das Frühjahr stehen erneut ein Praktikumskurs und das Springtime Research auf dem Programm.

Die Betreuung verschiedener Diplomarbeiten wird wieder ein Schwerpunkt unserer wissenschaftlichen Tätigkeiten sein. Die breite Palette der behandelten Themen wird sich durch neue Projekte noch erweitern (siehe „Forschung“).

Die Präsenz auf der Konferenz der European Cetacean Society (ECS) in Polen ist fest ins Auge gefasst. Ein wissenschaftliches Poster zum außergewöhnlichen Vorkommen von Brydewalen vor La Gomera in 2005 ist bereits angemeldet. Unsere Anwesenheit bei der IWC Tagung in St. Kitts & Nevis ist ebenfalls von großem Interesse, wird aber von der Finanzierbarkeit abhängen.

Das Thema „Schnellfähren“ bleibt weiterhin brisant. Hier ist die Aufklärung der breiten Öffentlichkeit ebenso nötig wie der erneute Kontakt zu Reiseanbietern und den Verantwortlichen vor Ort.

Einen besonderen Fokus werden wir 2006 auf eines unserer Hauptziele, die Einrichtung eines Forschungs- und Bildungszentrums auf La Gomera legen. Nach den jahrelangen Aktivitäten und im Hinblick auf die momentane Entwicklung des Tourismus auf La Gomera erscheint es dringend notwendig, ein solches Zentrum jetzt konkret umzusetzen. Das bedeutet insbesondere im Hinblick auf die Finanzierung enorme Anstrengungen von uns. Ein solches Vorhaben ist nur mit breiter Unterstützung zu realisieren.