Schnellfähren-Forschungsprojekt erfolgreich durchgeführt!

Berlin/La Gomera, 11.10.2012.

Das von der Sielmann-Stiftung geförderte Projekt zur Erfassung des Unterwasser-Lärms von 26a7c70dccSchnellfähren auf den Kanaren ist vor einigen Tagen erfolgreich zu Ende gegangen. Unser Team zeigte sich äußerst zufrieden mit dem Verlauf. „Organisatorisch und technisch lief alles glatt. Zudem hatten wir Glück mit dem Wetter: Wir konnten so viele Aufnahmen machen, wie wir es uns vorgenommen hatten“ sagt Michael Scheer, Bioakustiker aus Bremen. Damit ist der praktische Teil der Datenerhebung jetzt abgeschlossen. Nun geht es an die Analyse der Daten, deren Ergebnisse im kommenden Jahr der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen.

Weitere Infos zum Verlauf des Projektes + Bildergalerie…

 

Schnellfähren-Forschungsprojekt 2012

Berlin/La Gomera, 11.10.2012.

 

Schnellfähren-Forschungsprojekt erfolgreich durchgeführt!

(c) Roland Gockel

(c) Roland Gockel

Das von der Sielmann-Stiftung geförderte Projekt zur Erfassung des Unterwasser-Lärms von Schnellfähren auf den Kanaren ist vor einigen Tagen erfolgreich zu Ende gegangen. Unser Team zeigte sich äußerst zufrieden mit dem Verlauf. „Organisatorisch und technisch lief alles glatt. Zudem hatten wir Glück mit dem Wetter: Wir konnten so viele Aufnahmen machen, wie wir es uns vorgenommen hatten“ sagt Michael Scheer, Bioakustiker aus Bremen. Damit ist der praktische Teil der Datenerhebung jetzt abgeschlossen. Nun geht es an die Analyse der Daten, deren Ergebnisse im kommenden Jahr der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen.

 

Reibungsloser Verlauf der akustischen Messungen

caf1dee2eaZwei Wochen im September fuhr das Forschungsteam (zwei Biologen, zwei Kameramänner, Skipper plus Assistenz) mit einem eigens gecharterten Segelboot regelmäßig von Santiago und Valle Gran Rey auf Meer, um den „Lauschangriff“ auf die Fähren zu starten. Dabei wurde versucht, sich so nah wie möglich an die Fährlinien heranzupirschen ohne die Sicherheit zu gefährden. Im Sinne der Kollisionsthematik ist es natürlich am besten zu wissen, wie sich eine Fähre direkt von vorne anhört. „Was hört ein Wal bzw. hört er nicht wenn eine Fähre auf ihn zurast? lautet die zentrale Frage“, so Fabian Ritter, Leiter der MEER-Forschungen. „Besonders wichtig waren uns wiederholte Messungen, damit die Datengrundlage verlässliche Aussagen über das Klangsprektrum der Schiffe ermöglichen. Wir konnten drei Fährtypen aufnehmen, was uns einen guten Vergleich ermöglicht“.

So wurde denn eine Vorbeifahrt nach der anderen erfasst, teilweise in aller Herrgottsfrühe und mitunter bei Seegangs-Bedingungen, welche die Teammitglieder an den Rand der Seekrankheit (bzw. darüber hinaus) beförderte.

 

Filmische Umsetzung inklusive

(c) Ricarda Fiebig

(c) Ricarda Fiebig

Doch der Einsatz hat sich gelohnt, die Festplatten sind voll mit akustischen Daten. Das hochwertige Equipment (ein spezielles Cetaceen-Hydrophon, High-End Recorder und eine eigens entwickelte Aufhängung für das Unterwassermikrofon) leisteten ausgezeichnete Dienste. Die beiden professionellen Kameramänner waren ebenfalls im Dauereinsatz. Sowohl über als auch unter Wasser (Dank einer Sondergenehmigung) wurde fleißig gedreht. Die filmische Umsetzung des Projektes soll auf verschiedene Weise geschehen: Durch Beiträge im Fernsehen – in wenigen Wochen wird z.B. bereits ein Beitrag im französischen Fernsehen laufen – und durch die Nutzung der zusätzlichen Aufnahmen für unseren neuen Imagefilm, der sich derzeit in Produktion befindet (wir berichteten).

 

Wie geht es weiter?

f4575293c0Nunmehr geht es an die Auswertung der akustischen Daten. Diese sollen bei der Europäischen Walforscher Konferenz (ECS) im April kommenden Jahres vorgestellt werden. Darüber hinaus ist eine Präsentation im Wissenschaftsausschuss der Internationalen Walfang Kommission (IWC) angepeilt. Ob wir hinterher zweifelsfrei begründen können, warum die Schnellfähren mit Walen kollidieren, sei dahin gestellt. Auf jeden Fall liefern wir mit diesem Projekt wichtige Grundlagendaten zum Verständnis der Problematik – und möglicherweise sogar die weltweit ersten Unterwasseraufnahmen von Schnellfähren. Damit untermauern wir erneut unser bekannt starkes Engagement bei diesem wichtigen Thema. Wie notwendig diese Arbeit ist, wurde uns zu guter Letzt durch die Beobachtung einer Beinahe-Kollision einer der Schnellfähren mit Schnabelwalen deutlicher bewusst als uns lieb war.

Wir bedanken uns bei den Unterstützern der Studie, allen voran bei der Sielmann-Stiftung. Gleichzeitig betonen wir, dass dauerhaft weitere Mittel notwendig sein werden, um international durch unsere Forschungs- und Öffentlichkeitsarbeit auch auf der politischen Ebene zu erreichen, dass Schnellfähren z.B. nicht mit Höchstgeschwindigkeiten durch ausgewiesene Walschutzgebiete fahren und dabei regelmäßig Tiere töten.

Wir freuen uns daher über jede Spende! http://m-e-e-r.de/helfen/

 

Bildergalerie Schnellfährenprojekt

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