7 Apr

Stellungnahme von M.E.E.R. zur aktuellen Lage rund um den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal

M.E.E.R. ist dem Schutz der Wale und Delfine verpflichtet und unterhält seit fast 30 Jahren ein Forschungs- und Bildungsprojekt auf der Kanarischen Insel La Gomera. M.E.E.R. lebt vor allem durch den ehrenamtlichen Einsatz seiner aktiven Mitglieder. Der Verein ist keine Organisation, die sich aktiv an Rettungsaktionen bei Walstrandungen beteiligt. Allerdings war Fabian Ritter als Experte für Wale im aktuellen Fall von „Hope“ im direkten Austausch mit den Akteuren vor Ort und dabei beratend tätig. Auch wurden zahlreiche Medienanfragen (TV/Online/Print/Radio) von ihm fachlich bedient.

Der übergeordnete Fokus des Vereins liegt auf transformativer Arbeit im Meeresschutz und der Frage, wie in Zeiten multipler globaler Krisen Paradigmenwechsel initiiert und umgesetzt werden können.

Derzeit erreichen uns zahlreiche eMails mit gut gemeinten Hinweisen darauf, wie dem Buckelwal geholfen werden könnte. Wir bedanken uns für diese Zusendungen, möchten aber ausdrücklich betonen, dass wir nur beratend in die aktuellen Geschehnisse eigreifen können. Wir verfolgen die Entwicklung tagesaktuell. Die bisher getroffenen Maßnahmen von Behörden und Meeresschutzorganisationen vor Ort treffen auf unser Einverständnis und sind nach bestem Wissen und Gewissen durchgeführt worden.

Der Zustand des Wals lässt derzeit (07. April) offenbar keine weiteren Rettungsaktionen mehr zu. Dies kann abschließend aber nur von den Fachleuten und Veterinärmedizinern beurteilt werden.

Wir möchten ausdrücklich betonen, dass uns das Schicksal des Wals sehr nahegeht. Auf der anderen Seite müssen wir Menschen uns klar darüber sein, dass „Hope“ einer von mehreren Hunderttausend Walen und Delfinen ist, die jedes Jahr weltweit in Fischernetzen sterben. In Europa sind es vor allem Schweinswale, die zu Tausenden in Stellnetzen verenden, viele davon auch in deutschen Gewässern.

Wenn wir also so sehr mit diesem Wal mitfühlen, sollten wir dieses Mitgefühl auch für die vielen anderen Opfer der Fischerei aufbringen – und somit unseren Umgang mit den Meeres im Allgemeinen überdenken. Dies ist eine Aufgabe, die jeden von uns betrifft. Ob Experte oder nicht, ob Entscheidungsträger oder nicht. Dieser Buckewal geht alle Menschen an.