Rückblick: Praktikumskurs im Oktober

La Gomera, Oktober 2018.

Im Jubiläumsjahr nahm sich das MEER-Team vor, einen zweiten Kurs zusätzlich zum Frühjahrskurs auf die Beine zu stellen, dieses Mal unter der Leitung der beiden Biologen Christina Sommer und Volker Smit. Es war mal wieder eine bunt gemischte Gruppe, die sich da im Oktober auf La Gomera zusammenfand, um sich zwei Wochen lang mit der Forschung an Walen und Delfinen im Freiland zu beschäftigen.

 

Die Teilnehmer*innen kamen aus Spanien, Belgien und Deutschland, sie waren zwischen 19 und 55 Jahren alt. Von promovierter Biologin über Marketing Managerin, Studentin, Lehrer, Software- und Web-Entwickler bis zur Naturpädagogin war alles vertreten – wow! Für die Kursveranstaltung ist die bunte Mischung von Hintergründen und Motivationen einerseits eine Herausforderung, allen gerecht zu werden, andererseits auch immer besonders interessant und bereichernd. Die Kurssprache war Englisch und neben den 7 Whale Watching Touren standen auch 5 Arbeitstreffen, ein Ausflug zur Station zur landbasierten Cetaceen-Beobachtung und eine Führung duch das Felswatt auf dem Plan.

 

Zu Beginn bei der ersten Walbeobachtungstour hatten wir noch etwas unruhige Wellen, auf allen weiteren Ausfahrten wurden wir mit fantastisch stabilem Wetter verwöhnt. Und nicht nur das: Auch die Sichtungen waren beeindruckend! Wir wurden sozusagen „überrollt“ von Zügeldelfinen, die sehr interaktiv gelaunt waren und wiederholt großes Entzücken an Bord auslösten, auch seltene Schnabelwale begegneten uns (Cuvier’s und Gervais‘ Schnabelwale!) und sogar ein Brydewal beäugte unser Boot aus geringer Distanz. Es ist schon beeindruckend, wenn ein Wal, der größer ist als das Boot, in dem man sich befindet, vor einem auftaucht, man den Atem dieses Tieres hört und spürt und sogar ohne Fotoapparat oder Vergrößerung alle bestimmungsrelevanten Merkmale am Kopf des Tieres betrachten kann….

 

Nicht nur dieses Erlebnis wird den Teilnehmer*innen lange im Gedächtnis bleiben. Zudem verwöhnten uns immer wieder die ortsansässigen Indischen Grindwale und Großen Tümmler und erlaubten uns Einblicke in ihre Familien, ließen uns verschiedene ihrer Verhaltensweisen beobachten und dokumentieren sowie die Teilnehmer*innen verschiedene verhaltensbiologische Methoden ausprobieren und üben.

 

An dieser Stelle möchten wir uns auch noch mal ganz herzlich bei unseren beiden Kapitänen Volker und Sebastián bedanken, die einen fantastischen Job gemacht und die Boote mit viel Respekt und Gespür für die Tiere gesteuert haben. Vielen Dank an Euch und auch das ganze OCEANO-Team für die tolle Zusammenarbeit!

 

Auf unseren Touren sammelten wir immer wieder Müll aus dem Meer. Es ist bedauerlich, dass uns auf jeder Fahrt Müll begegnete, umso deutlich wird bewusst, dass jede*r in ihrem/seinen alltäglichen Konsumverhalten viel dazu beitragen muss und kann, damit so viel Müll gar nicht erst entsteht. Besonders eindringlich wurde dies deutlich als wir einen sehr geschwächten und nicht mehr flugfähigen Gelbschnabelsturmtaucher (auch: Sepiasturmtaucher) aus dem Wasser fischten, der kurze Zeit später an Bord unseres Bootes mühsam ein Stück Plastikmüll auswürgte. Wir pflegten den Meeresvogel bis wir ihn an einen Vertreter des Naturschutzamtes übergeben konnten, der das Tier in einer Auffangstation versorgen und nach seiner Genesung wieder ins Freiland entlassen wird.

 

M.E.E.R. e.V. möchte mit diesen Kursen nicht nur Einblick in die Forschung des Vereins und in die dazugehörigen Methoden geben, sondern auch für den Schutz der Wale und Delfine begeistern und für die Verletzlichkeit ihres Lebensraumes sensibilisieren. Dieser Kurs hat ganz bestimmt dazu beigetragen!

 

Hier geht es zu den Rückblicken unserer Kursteilnehmer*innen auf deutsch und englisch.

 

Fotoimpressionen zum Kurs:

 

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